Am 18.09. ist der Tag des Respekt.


Tauben

Viele Menschen bezeichnen Tauben als Ratten der Lüfte. Sie haben Angst vor Infektionen. Auch in vielen Städten und Gemeinden sind Tauben nicht erwünscht, da sie Gebäude und Plätze verunreinigen. Man liebt sie oder man hasst sie. Das haben Tauben jedoch nicht verdient. Tauben sind sehr intelligente Tiere, die sogar menschliche Gesichter wiedererkennen. Sie stehen für Liebe und Frieden und sind treu. Sie bleiben ein Leben lang mit ihrem Partner zusammen. Auch wenn man sie nicht liebt, so haben sie doch eines verdient: Respekt.

 

Stadttauben sind Nachkommen entflogener Haustauben, die über Jahrhunderte zu verschiedensten Zwecken aus der wilden Felsentaube gezüchtet wurden (z.B. als Brieftaube). Da sie Nachfahren der Haustauben sind, ist ihr Leben eng an das des Menschen geknüpft. Die Fähigkeit dieser Tiere, sich perfekt an den menschlichen Lebensraum anzupassen, das nicht artgerechte Futterangebot (z.B. Essensabfälle) und die Fähigkeit, sich das ganze Jahr hindurch zu vermehren, haben zu einer explosionsartigen Vermehrung der Bestände in den Städten geführt (eine Folge der Züchtung).

Die Angst vor Krankheiten ist unbegründet. Die gesundheitliche Gefährdung durch Tauben ist nicht größer als die durch andere Zier- und Wildvögel oder auch durch Haustiere. Die in unseren Städten gehaltenen Hunde produzieren um ein Vielfaches mehr Kot als die Tauben.

Und: Taubenkot verursacht keine Schäden an der Bausubstanz. Der wahre Schuldige ist (wieder einmal) der Mensch, denn die Abgase aus Industrie, Verkehr und Gebäudeheizungen verwandeln Niederschläge in sauren Regen, der seit Jahrzehnten an unseren Bauwerken nagt.

Tauben sollte man nicht unkontrolliert füttern. In der Stadt ernähren sich die Tauben hauptsächlich von Abfällen und vom Menschen ausgestreutem Weizen, Reis, Vogelfutter oder Mais. Diesem Futter fehlen aber oft wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiße. Viele Tauben leiden daher unter dieser Fehlernährung , da sie in der Stadt keine geeignete Nahrung oder ausreichend Trinkwasser finden. Die Tiere sind oft krank und unterernährt. Auch an Brutmöglichkeiten fehlt es oft. Doch hier könnten Städte gezielt helfen: durch Taubenhäuser und –türme, in denen sie artgerecht gefüttert werden. Ihre Gesundheit würde kontrolliert, sie könnten in Ruhe nisten, ihre Eier würden jedoch gegen Attrappen ausgetauscht. Somit entsteht ein kleiner gesunder Stadttaubenbestand. Die Stadttauben bleiben vermehrt von Brennpunkten fern und der Taubenkot wird größtenteils in den Schlägen gesammelt, die Stadt bleibt sauberer. Eine Win-win-Situation für beide Seiten.

Wir appellieren an jeden, Tauben zu respektieren, nicht zu quälen oder zu treten. Gemäß Tierschutzgesetz § 13 Abs. 1 ist es verboten, zum Fangen, Fernhalten oder Verscheuchen von Wirbeltieren Vorrichtungen oder Stoffe anzuwenden, wenn damit die Gefahr vermeidbarer Schmerzen, Leiden oder Schäden für die Wirbeltiere verbunden ist.