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Bauanleitung: Freigehege für Kleintiere

Aus den Erfahrungen von über zehn Jahren hat sich gezeigt, dass handelsübliche Ställe und Auslaufgehege für den Gebrauch im Freien nur bedingt geeignet sind (im Schnitt ca. drei Jahre). Wer also für Mensch (Reinigung und Pflege) und Tier (artgerecht und stressfrei) eine langfristige Lösung sucht, ist mit einem festen Freigehege (teilweise oder gar ganz selbstgebaut) am besten beraten.

Wie groß sollte das Freigehege sein?

Für zwei-drei Tiere, vier bis sechs Quadratmeter (je größer desto besser).

Standortauswahl

Das Gehege sollte möglichst in Sichtnähe und gut zugänglich errichtet werden. Auch sollte der Standort über sonnige, aber auch schattige Stellen verfügen.

Gehegeboden

Bewährt haben sich Betonplatten, die Bau- und Buddelaktionen der Kaninchen eindämmen und somit auch vor unerwünschten Besuchern, die sich von unten her hoch graben, schützen! Des weiteren sind sie leicht zu reinigen. Wer sich für Naturboden entschließt, sollte um das Gehege mindestens 50 cm tief feste engmaschige Gitter oder Betonplatten eingraben. Um Ein- und Ausbruchsversuche einzudämmen, können hier sogenannte Paddockplatten bis zu 50 cm tief auf dem Grund verlegt werden. Alternativ können Rasengitter aus Kunststoff genommen werden. Nun kann entschieden werden, ob man nur die Erde oder auch teilweise Rindenmulch aufschüttet.

Aufbau des Geheges

Nachdem der Gehegedraht meist eine Breite von 120 cm oder 150 cm hat, sollte überlegt werden, ob man mit Lattenrahmen in der Breite des Drahtes arbeitet, um so wenig wie möglich Verschnitt zu haben. Die Rahmen können dann auf das vorbereitete Grundgerüst aus Balken und Lattenrahmen, die vorher mit Holzöl imprägniert wurden, geschraubt werden. Für das Gehege sollte ein fester, engmaschiger Viereckdraht ausgewählt werden, keinesfalls Hasen- oder Wabendraht, da dieser zu fein und großmaschig ist. Auch von oben muss alles eingezäunt oder überdacht werden, so dass auch hier keinerlei Gefahr durch Raubvögel, Marder und Fuchs drohen kann.

Greifvogel: blitzschnell lässt er sich fallen und greift seine Beute!
Marder: hier gilt: wo sich ein hartgekochtes geschältes Ei durchdrücken lässt, kommt auch ein Marder durch!
Fuchs: ein hungriger Fuchs springt aus dem Stand ca. 1,5 Meter hoch und klettert über zwei Meter hohe Zäune, dazu kommt dessen Schlauheit und Kraft!

Inneneinrichtung

Das Wichtigste ist ein geräumiges Schlafhaus, das im Winter großzügig mit Heu und Stroh ausgelegt werden kann. Dieses sollte möglichst trocken und zugfrei stehen. Bei überdachten Gehegen kann hier auch ein handelsüblicher Hasenstall benutzt werden. In offenen Gehegen haben sich Kinderspielhäuser aufgrund ihres Preises und ihrer Stabilität bewährt. In Gehegen mit festem Boden sollte eine Buddelwanne ca. 50 cm × 100cm , die mit Rindenmulch befüllt ist, für die Tiere zur Verfügung stehen. Hierbei gilt das Motto: alles, nur nicht langweilig! Und dem eigenen Einfallsreichtum bei der Ausstattungswahl und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, solange es für die Bewohner artgerecht und sicher vor Verletzungen/Vergiftungen ist.

Hier ein paar Ideen für Ihr neues Außengehege

Viel Spaß beim Gehegebau und ein herzliches Dankeschön an alle, die uns ihre Gehegebilder zur Verfügung gestellt haben.

Sie haben auch ein tolles Außengehege gebaut?
Wir freuen uns sehr über die Zusendung Ihrer Bildern, die wir gerne in unsere Galerie aufnehmen möchten.

Fotos können Sie gerne an Nadine Ullrich unter dem Betreff „Freigehege“ schicken:

Nadine Ullrich
E-Mail-Adresse: nadine-ullrich@tierschutzverein-schwetzingen.de
Betreff: Freigehege

Wir freuen uns über jede Zusendung!